Häufige Fragen zum Digitalen Finanzbericht

Allgemein

Was bringt der Digitale Finanzbericht?

Der Digitale Finanzbericht schafft einen einheitlichen Standard zur medienbruchfreien digitalen Übermittlung von Jahresabschlüssen an Banken und Sparkassen und ist damit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur konsequenten Digitalisierung aller Finanzprozesse innerhalb des Unternehmens und zum effizienten Datenaustausch mit Banken und Sparkassen. Als wichtiger Beitrag zur Digitalisierung der Wirtschaft und wegweisende Innovation wurde das Projekt in die Digitale Agenda der Bundesregierung aufgenommen.

Wie ist der derzeitige Projektstand beim Digitalen Finanzbericht?

Die fachlichen Inhalte sind definiert und werden von den Projektpartnern umgesetzt. Die Pilotierung hat im Juni 2017 begonnen, d.h. der neue Übertragungsstandard wird zur Zeit intensiv erprobt.

Ab wann können die ersten Abschlüsse über den Digitalen Finanzbericht an die Kreditinstitute übermittelt werden?

Seit Juni 2017 pilotieren die ersten Projektpartner die elektronische Bilanzabgabe. Ab April 2018 startet die Umstellung auf den neuen Standard „Digitaler Finanzbericht“. Jahresabschlüsse für 2017 können dann an teilnehmende Banken und Sparkassen mit dem neuen zeitgemäßen Verfahren übertragen werden.

Warum lohnt sich die Teilnehme am neuen Verfahren?

Der Digitale Finanzbericht ermöglicht für alle Beteiligten eine nachhaltige Reduzierung des Zeit- und Kostenaufwands bei der Erstellung und Übermittlung von Jahresabschlüssen. Fehleranfällige Medienbrüche und die damit einhergehenden Rückfragen entfallen. Ein wesentlicher Teil der Kreditentscheidung kann beschleunigt werden, da die Abschlussdaten schneller zur Verfügung stehen. Nach den erfolgreich umgesetzten XBRL-Anwendungen „Elektronische Einreichung von Jahresabschlüssen beim Bundesanzeiger“ und „E-Bilanz“ ist der Digitale Finanzbericht ein weiteres Projekt, das Vorzüge des bewährten Reporting-Standards XBRL in großem Umfang nutzt. Da aufgrund der steuerlichen Anforderungen inzwischen praktisch alle bilanzierenden Unternehmen in Deutschland dafür gerüstet sind, ihre Jahresabschlüsse (auch) im XBRL-Format darzustellen, stellt der Digitale Finanzbericht keine zusätzlichen technisch-organisatorischen Anforderungen an die berichtenden Unternehmen. Vielmehr werden die bereits getätigten Investitionen in die XBRL-Technik ein weiteres Mal nutzbar gemacht.

Wie können berichtende Unternehmen ihren Digitalen Finanzbericht selbst erstellen und versenden?

Wenn Sie Ihren Jahresabschluss oder Ihre Einnahmen-Überschussrechnung selber erstellen, ist es am einfachsten, Ihren Digitalen Finanzbericht direkt aus Ihrer Software zu versenden. Wie das geht, erklärt Ihnen Ihr Softwareanbieter/IT-Dienstleister.

Ist der Digitale Finanzbericht auch für kleinere Steuerberater- bzw. Wirtschaftsprüferkanzleien praktikabel?

Ja, das Verfahren ist für alle Ersteller von Jahresabschlüssen unabhängig von ihrer Größe gleichermaßen praktikabel. Die IT-seitig erforderlichen Anpassungen werden von den projektbeteiligten IT-Dienstleistern frühzeitig umgesetzt. Darüber hinaus sind alle Anbieter von Buchhaltungssoftware über den Digitalen Finanzbericht informiert und es darf davon ausgegangen werden, dass sie ihre IT-Lösungen termingerecht dementsprechend anpassen werden. Bei weitergehenden Fragen zu den Möglichkeiten einer speziellen Software kann nur der jeweilige Softwareanbieter eine präzise Auskunft geben.

Ist der Digitale Finanzbericht auch für kleinere Banken attraktiv?

Ja. das Verfahren ist für alle Banken und Sparkassen unabhängig von ihrer Größe gleichermaßen attraktiv. Kleinere Institute können fertige Lösungen implementieren.

Der Datensatz des Digitalen Finanzberichts

Wie wird beim neuen Übertragungsverfahren der Datenschutz gewährleistet?

Der Digitale Finanzbericht basiert auf Technologien zur Authentifizierung und zur Verschlüsselung, die im Finanzdienstleistungsbereich erprobt und bewährt sind. Dadurch ist der zuverlässige Schutz der Abschlussdaten auf dem Übertragungsweg gewährleistet. Überdies wird ein besonderes Augenmerk auf die verlässliche Identifikation des Übermittlers gelegt, sodass Bilanzen nur von autorisierten Nutzern versendet werden können.

Verlangen Banken und Sparkassen mit dem Digitalen Finanzbericht mehr Informationen?

Nein, die benötigten Informationen ergeben sich wie bisher aus der Beziehung zwischen Kunde und seiner Bank oder Sparkasse. Die Änderungen betreffen nur die Art der Übermittlung der Abschlussdaten.

Deckt die HGB-Taxonomie alle Punkte zur Bonitätsbeurteilung ab?

Die Anforderungen an den Jahresabschluss als wichtigste Unterlage zur Bonitätsbeurteilung wurden in die HGB-Taxonomie 6.0 aufgenommen. Auf die papierhafte Einreichung des Jahresabschlusses wird daher zukünftig verzichtet werden können.

Die Übertragung beim Digitalen Finanzbericht

Wie können berichtende Unternehmen ihren Digitalen Finanzbericht selbst erstellen und versenden?

Wenn Sie Ihren Jahresabschluss oder Ihre Einnahmen-Überschussrechnung selbst erstellen, ist es am einfachsten, Ihren Digitalen Finanzbericht direkt mit Hilfe Ihrer Software zu versenden. Wie das funktioniert, erklärt Ihnen Ihr Softwareanbieter.

Ändert sich durch das neue Verfahren die Haftungssituation zwischen dem beteiligten Steuerberater/Wirtschaftsprüfer und der empfangenden Bank/Sparkasse?

Banken und Sparkassen, die am Digitalen Finanzbericht teilnehmen, haben rechtlich klargestellt, dass die "wirtschaftlichen Berater" ihnen gegenüber nicht für fahrlässig (inklusive grob fahrlässig) verursachte Schäden haften, die ausschließlich aus der Besonderheit der elektronischen Abschlussübermittlung entstehen.
Dadurch werden Steuerberater/Wirtschaftsprüfer bei der elektronischen Übermittlung nicht schlechter gestellt, als hätten sie den Abschluss ihrem Mandanten zur (Papier-)Einreichung bei der Bank bzw. Sparkasse gegeben.

Was passiert, wenn weder das Unternehmen noch der wirtschaftliche Berater in ihrer Software die Möglichkeit haben Digitale Finanzberichte zu übertragen?

Wenn Sie keine Möglichkeit haben den Jahresabschluss als Digitalen Finanzbericht zu übertragen, informieren Sie Ihre Bank oder Sparkasse und reichen den Jahresabschluss im Papierformat oder als PDF ein.

Die Pilotierung des Digitalen Finanzberichts

Gibt es Pilotbanken und wenn ja, welche?

Mit Vertretern der Sparkassen, der Volksbanken und Raiffeisenbanken und der privaten Banken sind alle drei Säulen der deutschen Kreditwirtschaft im Kernprojekt eingebunden. Aus diesem breit aufgestellten Teilnehmerkreis rekrutieren sich auch die Pilotierungspartner. Die folgende Liste enthält die Banken und Sparkassen, die an der Pilotphase teilnehmen: teilnehmende Banken und Sparkassen.

Welcher Aufwand entsteht für einen wirtschaftlichen Berater durch die Teilnahme an der Pilotierung?

Durch die Teilnahme an der Pilotierung und die testweise Übermittlung der Abschlussdaten an Banken bzw. Sparkassen im Wege des Digitalen Finanzberichts entstehen in der Regel keine Zusatzkosten. Aufwand und Kosten für die Installation sollten sich im üblichen Rahmen bewegen. Der Prozess und der damit verbundene Aufwand für die Erzeugung und den Versand eines Digitalen Finanzberichts ist grundsätzlich analog zur Erzeugung und Versand einer E-Bilanz. Aufgrund der unterschiedlichen Implementierungen kann nur der jeweilige Softwareanbieter eine präzise Auskunft darüber geben.